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Wie macht man exzellente Fotos? oder
"Alles was man wirklich
wissen muss, Einleitung "Fotografie beruht auf der Kraft der Beobachtung, nicht auf der Anwendung von Technologie." Wie habe ich meine besten Fotos gemacht? Indem ich etwas Interessantes beobachtet und davon ein Bild gemacht habe. Der wichtige Teil ist die Beobachtung. Das Bild zu machen ist der leichtere Teil. Die Kamera hat damit nicht viel zu tun. Natürlich muss man die Technik beherrschen. Aber die Technik ist eher ein Hindernis, welches man aus dem Weg räumen muss. Der schwerere Teil ist, etwas mit den Bildern auszusagen. Fotografie ist Kunst. Fotografie ist abstrakt. Deswegen ist Fotografie für viele schwer zu erlernen. Man redet sich gern ein, dass die Kamera die Bilder macht, und es ist eine einfache Lösung, schlechte Fotos auf die Kamera zu schieben. Sobald man aber Fortschritte macht, merkt man, dass man den Bildern mehr Aufmerksamkeit hätte schenken sollen und weniger der Kamera. Alle Kameras, besonders alle digitalen Kameras, bieten heute in der Praxis ungefähr dieselbe Bildqualität. Die Unterschiede liegen eher darin, wie leicht es ist, die Kameras unter den verschiedenen Bedingungen zu bedienen. Testbilder mit ihren kontrollierten Umgebungen ignorieren die reale Welt völlig und sagen höchstens etwas über Leistung in einer bestimmten Situation aus. Testbilder haben nichts damit zu tun, wie die von Ihnen gemachten Fotos aussehen. Deswegen ignoriere ich Testberichte und probiere alles selbst aus. Labore decken nur die minima-len Unterschiede auf, die in der wirklichen Fotografie nicht zu sehen sind. Fotografie ist wie Golf. Beide machen Spaß, sind populär und für beide braucht man eine gewisse Ausrüstung. Von beiden können nur sehr wenige leben. Für beide braucht man ein Leben lang Übung, und man wird nur Schritt für Schritt besser. Die meisten Golfer haben noch nie mit einem Schlag eingelocht. Fotografie ist sogar noch komplexer als Golf. Warum glaubt dann jeder, dass er sofort perfekte Bilder machen kann? Geduld Man kann Fotografie nicht planen. Man muss hinaus gehen, sich umschauen, auf das richtige Licht und eine Idee warten. Viele großartigen Bilder entstehen erst nach jahrelanger Beobachtung des Motivs, und erst, wenn man gelernt hat, wann es am besten aussieht, kommt man wieder und macht das Bild im spektakulärsten Moment. So machen echte Fotografen außergewöhnliche Bilder. Wenn man mit Nicht-Fotografen unterwegs ist, muss man sich arrangieren. Denn man wird unterwegs sein, während die anderen beim Abendessen sitzen oder morgens noch im Bett liegen. Es ist dann schwierig, Verabredungen einzuhalten, wenn man draußen im Herzen der Natur ist, allein mit seinen brillanten oder verrückten Ideen. Manchmal ist man in 10 Minuten zurück, und manchmal, wenn man etwas wirklich Aufregendes findet, dauert es die ganze Nacht. Man behindert sich selbst durch eine Verabredung zu einer bestimmten Zeit. Ich habe meine besten Arbeiten gemacht, indem ich die Gruppe vorausgehen ließ und einfach an dem weitergearbeitet habe, was mich gerade interessierte. Brillante Bilder entstehen nicht nach Plan. Öffnen Sie Ihre Augen Je mehr man schaut, desto mehr Dinge sieht man, die es Wert sind, fotografiert zu werden. Wenn man mit geschlossenen Augen herumläuft, dann ver-passt man die besten Gelegenheiten. Wenn man auf etwas achtet, sieht man es. Wenn nicht, dann übersieht man es. Gute Bilder drängen sich nicht auf. Man muss nach ihnen suchen. Deswegen sind sie Gelegenheiten. Und man muss Obacht geben, dass man sie nicht verpasst. Gelegenheiten gibt es überall. Passen Sie auf, halten Sie Ihre Augen offen und suche Sie nach ihnen. Kreativität Kreativität braucht das Alleinsein. Man kann keine Fotos gestalten, wenn man abgelenkt oder beobachtet ist, oder wenn man Fragen beantworten muss. Ich muss allein hinausgehen und mich konzentrieren. Es mag nützlich sein, mit einer Gruppe hinauszufahren. Dann aber muss man sich absondern. Sonst macht jeder in der Gruppe dieselben mittelmäßigen Fotos. Sondern sie sich ab und warten sie ab, was sich ergibt. Treffen Sie sich am Ende wieder, um gemeinsam den Tag zu besprechen. Leidenschaft Fotografie bedeutet, Leidenschaft und einen Funken in anderen zu entfachen. Wenn Sie sich für ein Motiv nicht wirklich interessieren, werden die Ergebnisse nicht über das Minimum hinausgehen. Wenn Sie sich wirklich ereifern, können unglaubliche Dinge geschehen. Wenn nicht, sind die Bilder schnell vergessen. "Wenn ich etwas Starkes fühle, mache ich ein Bild. Ich versuche nicht, mein Gefühl zu erklären." Ansel Adams Fotografie ist die Kunst, Leidenschaft mitzuteilen. Man muss wirkliche Leidenschaft für das empfinden, was man fotografiert. Sonst erreicht man nichts wirklich Großartiges. Die Technik ist nicht der Inhalt einer Fotografie. Eine Fotografie erzählt etwas, sei es eine Idee, ein Konzept, ein Gefühl, einen Gedanken, und zwar einem völlig fremdem Betrachter. Ansel Adams hat gesagt: "Es gibt nichts Schlimmeres als ein scharfes Bild einer verwaschenen Idee." Es ist von zentraler Wichtigkeit, dass die Idee im Bild klar hervor tritt. Ein gutes Foto entsteht nicht allein dadurch, dass man eine teure und richtig eingestellte Kamera auf etwas richtet. Stattdessen muss man wissen, was man aussagen will, und es auch klar aussagen. Dann erinnern sich die Betrachter an das Bild. Wenn ein Bild Ihnen selbst nichts sagt, sagt es anderen noch weniger. Die Ausrüstung hat damit nichts zu tun. Das Handwerkliche öffnet nur den Weg, sich mitzuteilen, es ist nicht die Mitteilung selber. Viele schieben Ihr Versagen auf die Ausrüstung und denken, die Lösung bestünde im Kauf von neuer Ausrüstung, eine Mühe, die sie lieber auf die Fotografie verwenden sollten. Sie würden lachen, wenn sie die E-Mail sehen würden die ich bekomme. 99% kommt von Männern, die denken, ein wenig Geld würde automatisch gute Bilder ergeben. Stattdessen muss man sich engagieren und seine Gefühle ernst nehmen. Sie brauchen nicht mehr Geld und Ausrüstung, als Sie schon haben. Ich kann eine einfache Kompaktkamera verwenden und bekomme auch dann gute Bilder. Außerdem muss man Zeit opfern. Man kann Fotografie nicht in 5 Minuten erledigen. Es ist eine verrückte Szene, wenn ein Duzend Touristen irgendwo aussteigen, einen Schnappschuss machen und wieder verschwinden, während ich versuche, mich zu konzentrieren und das Foto zu erfühlen, das ich machen werde. Man sollte sich nicht beim Fotografieren hetzen lassen. Alles hängt von Ihrem Kopf und in Ihrem Einfallsreichtum ab! Man kann außerdem nicht immer dasselbe machen. Stattdessen muss man sich ständig etwas Neues ausdenken und neue Wege finden. Schauen Sie die Dinge aus verschiedenen Winkeln und Richtungen an. Man sollte beim gleichen Motiv bleiben. Je besser man ein Motiv kennt, umso besser werden die Ergebnisse sein. Der Bildhauer Elliot Porter hat es am besten gesagt: "Kunst ist der Ausdruck der Vorstellungskraft, nicht das Abbilden der Wirklichkeit." Der Fotograf Elliot Porter sagte: "Wahre Kunst ist einfach der Ausdruck unserer Liebe zur Natur." Ein wahres Kunstwerk erzeugt Liebe, in erster Linie Liebe zum Subjekt, und erst in zweiter Linie Liebe zum Medium. Charles Sheeler sagte:" Fotografie sieht die Natur mit den Augen nach außen, während Malerei die Welt mit den inneren Augen sieht. Fotografie nimmt das Bild unverändert auf, während Malerei eine Vielfalt von Bildern erzeugt, die vom Künstler gestaltet werden." Und sogar Albert Einstein sagt: "Imagination ist wichtiger als Wissen." Ein guter Fotograf macht großartige Bilder mit einer Wegwerfkamera, weil er um ihre Grenzen weiß und sie ausreizt. Andererseits werden Tag für Tag schlechte Bilder mit teuren Kameras gemacht, von Fotografen ohne Leidenschaft und Vision, egal wie viel sie von der Technik verstehen und wie scharf ihre Linsen sind. Bücher werden von Menschen geschrieben, nicht von Schreibmaschinen. Warum also denken viele, dass der Kauf einer neuen Kamera oder das Wissen um Verschlusszeiten bessere Bilder erzeugt? Menschen machen Bilder, nicht Kameras. Die Wahl der Kamera hat keine Bedeutung. Gar keine! Malerei ist die Kunst des Einschlusses, Fotografie die Kunst des Ausschlusses. Wenn man versucht, alles "drauf zu kriegen", ist das schlechte Foto garantiert. Alles, was nicht zum Foto beiträgt, stört. Gestalten Sie Ihre Bilder sauber und einfach. Weniger ist mehr. Je weniger auf dem Bild ist, desto stärker ist das Bild. Einfachheit ist eine starke Tugend. Ich möchte ein wenig darauf eingehen, welche Dinge nicht wichtig sind. Wenn Sie das schon verstanden haben, überspringen Sie diesen Abschnitt bitte und lesen bei "Neugier" weiter. Technische Fertigkeit Es ist entscheidend, mit jedem Detail der Ausrüstung vertraut zu sein. Man muss in jeder Situation wissen, wie die Ausrüstung arbeitet. Man muss das Endresultat vorhersehen können, wenn man die Szenerie sieht. Man muss lernen, wie der Apparat die Szene festhalten wird. Wenn man das kann, kann man sicher sein, dass jedes Foto so wird, wie man es beabsichtigt hat. Man weiß, wie das Foto aussehen wird, und kann die Aufnahme entsprechend steuern. Man kann nicht 5 Kameras benutzen und sich mit allen gut auskennen. Benutzen Sie eine Kamera, eine Linse und einen Film und lernen Sie deren Nuancen kennen. Verschwenden Sie keine Zeit, nach neuen Kameras zu jagen. Sonst werden Sie nie genug lernen, um gute Fotos zu machen, außer durch Zufall. 1.) Der Anfang Kaufen Sie nicht gleich etwas. Sie können mit jeder Kamera großartige Bilder machen. Viel zu viele glauben, dass der Kamerakauf am Anfang der Suche nach guten Bildern stehen muss. Es sollte eher der letzte Schritt sein. Manche haben extravagante Kameras, weil sie reich sind und weil diese Kameras das Fotografieren bequemer machen. Aber mit der Qualität der Bilder hat das nichts zu tun. Was sie brauchen, haben sie schon. Und sei es eine Kompaktkamera oder eine Wegwerfkamera. Wenn Sie immer nur denken, sie brauchen mehr, so verpassen sie nur die Gelegenheiten, die sich heute bieten. "Notwendigkeit ist keine Tatsache, sondern eine Interpretation." Friedrich Nietzsche. Besuchen Sie Kurse über Kunst, Malerei und Design. Lernen Sie zu sehen. Vielleicht starten Sie mit den Büchern über Kunst und Bildkomposition. Ich habe nie eine Fotoschule besucht. Jeder lernt anders. Ich lerne durch Lesen, Ausprobieren und Betrachten. Die Fotografen, die ich bewundere, sind meist ehemalige Maler oder Künstler. Jedenfalls nicht Computerspezialisten, Ingenieure, Wissenschaftler oder Techniker. Fragen Sie Künstler nach Hilfe. Fragen Sie sie, wie man sieht, und zeigen Sie ihre Bilder her. Fragen Sie nach Verbesserungsvorschlägen. Künstler sehen Dinge, die Sie noch nicht gesehen haben, und sie werden Ihnen Ihre Augen öffnen. Vermeiden Sie Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen, die sich mit Computern, Wissenschaft oder Technik auskennen und immer nur über Kameras reden. Diese Leute interessieren sich meist nur für die Technik, nicht für Fotografie oder Kunst an sich und wie man seine Vorstellungen visuell ausdrücken kann. Vorsicht vor Leuten, die sich für Apparate interessieren, anstatt Fotos zu machen. Es gibt Tausende, die am Fernseher Sport anschauen und endlos über jeden einzelnen Sportler berichten können. Sie suchen den, der tatsächlich Sport macht. Vergessen Sie auch das Internet. Am Anfang brauchen sie mehr Tiefe als die oberflächlichen Abhandlungen, die im Internet oder auch auf meiner Seite zu finden sind. Lernen braucht die Kommunikation. Ausgetauschte E-Mails oder ein wenig Lesen im Web ist nicht genug. Seien Sie gewarnt. Das Internet wird noch immer dominiert von den Technikern, die es erfunden haben. Solche Leute sind die letzten, von denen sie lernen wollen. Sie sind normalerweise Technikfetischisten, keine Künstler. Und das sind die Leute, die sie wahrscheinlich auch in Foren finden werden. Vorsicht! Sprechen Sie mit professionellen Fotografen, nicht mit Amateuren oder Hobbyfotografen. Wenn sie keine Profis kennen, schauen Sie in die gelben Seiten, oder fragen Sie in einen Fotolabor. Einige Profis lieben Ihre Arbeit und werden Ihnen stundenlang darüber erzählen. Finden Sie Fotografen, deren Bilder sie bewundern und fragen Sie sie. Fragen Sie Künstler, deren Werke sie bewundern. Vermeiden Sie Kamerasammler und Menschen, die viele teuren Kameras besitzen. Unterhalten Sie sich nicht mit Spezialisten auf dem Gebiet der Filmemulsionen, von denen Sie kein Bild wirklich mögen. Wenn Sie mit solchen Technikern sprechen, werden Sie nur Zweifel an Ihrer Kamera bekommen, und Sie werden nie gute Fotos machen. Verschwenden Sie nicht zu viel Zeit damit, "Fotografie" zu studieren. Die meisten Fotoklassen verschwenden ihre kreative Zeit damit, über nutzlose Dinge wie Blenden und ISO-Zahlen zu reden. Sie bringen Ihnen selten bei, wie man wirklich Fotos macht. Es ist schon wichtig, technische Konzepte zu kennen, aber das ist nur der Startpunkt. Viele verwenden zu viel Zeit auf die Technik und vergessen, dass die Technik nur der erste kleine Schritt auf dem langen Weg zu großartigen Bildern ist. Ich lehre Fotografie ganz anders. Während der ersten 150 Jahre, also von 1835 bis 1985, als die ersten Matrix-Belichtungsmesser eingeführt wurden, musste man mit umständlichen technischen Hindernissen kämpfen, bevor man überhaupt ein Bild machen konnte. Es ist erst 10 Jahre her, dass die Kameras weitgehend automatisch arbeiten. Daher haben viele Oldtimer immer noch nicht gelernt, das die meisten Fotografen die Kameraeinstellungen vollständig ignorieren können. Ganz genau! Ich fotografiere mit Autofokus und automatischer Programmbelichtung, so oft ich kann. Es ist traurig, wenn mich Leute nach einer Kamera fragen, die den Ansprüchen einer Fotoklasse genügt, also gewöhnlich eine voll manuelle, überholte Kamera. Hüten Sie sich vor solchen Klassen und lernen sie, ihre Automatikkamera zu lieben. Automatik ist nicht deswegen gut, weil die Kamera für Sie denkt, sondern weil sie das unkreative Messen der Belichtung und der Entfernung von Ihren Schultern nimmt. Damit wird Ihr Sinn frei für Hitze, Leidenschaft, Feuer, Komposition, Ausdruck und Lichtführung. Ich schlage vor, hinaus zu gehen und zu versuchen, ihre Gefühle sorgfältig auszudrücken und zu sehen, was dabei herauskommt. Erst wenn man damit vertraut ist, sucht man sich technischen Rat. Es ist zunächst wichtiger, Dinge zu finden, für die man sich wirklich interessiert, und dieses Feuer durch die Bilder mitzuteilen. 2.) Vergessen Sie am Anfang die Technik "Ich bin kein Wissenschaftler. Ich sehe mich selbst als Künstler, der gewisse Techniken anwendet, um seinen Visionen freien Lauf zu lassen." Ansel Adams in seiner Autobiographie. Sich um manuelle Einstellungen und Technik zu kümmern, lenkt von der Leidenschaft ab, ebenso, wie wenn ein Liebhaber für ein Telefongespräch unterbricht. Viele denken fälschlicherweise, dass die Beherrschung einfacher Konzepte, wie Verschlusszeiten und Schärfentiefe, alles ist, was man über Fotografie wissen müsste. Diese Techniken haben mit Fotografie so viel zu tun wie Schreibmaschinenreparatur mit Literatur. Das sind notwendige Übel, keineswegs die Hauptsache. Bei Großformatkameras werden Sie wahrscheinlich ein wenig die Technik lernen müssen, weil diese Kameras nicht in ausreichender Stückzahl hergestellt werden, dass es sich lohnen würde, sie zu automatisieren. Aber eine 35mm oder digitale Kamera kann die Einstellungen besser vornehmen als die meisten von denen, die darauf bestehen alles manuell einzustellen. Ärgern Sie sich nicht unnötig mit der Technik herum. Das meiste, was Sie in meiner Galerie sehen, wurde mit Automatik aufgenommen. Sagen Sie das Ihrem Foto-Lehrer. Es gibt allerdings Leute, die gerne mit den Einstellungen spielen. Das ist in Ordnung, aber denken Sie nicht zu viel darüber nach. Fangen Sie mit einer Automatikkamera an und lernen Sie das Wichtigste, nämlich Ihre Gefühle auszudrücken. Später können Sie sich um Blendenzahlen kümmern. Alte Hasen wie ich machen sich gerne wichtig. Sie sollen denken, dass Sie uns brauchen, um die Geheimnisse Ihrer Kamera herauszufinden. Sie sollen denken, dass dieser Ballast notwendig ist, um Fotografien zu machen. Sie sollen Ihre Zeit mit manuellen Einstellungen vergeuden. Wenn Sie dumm genug sind, das zu glauben, dann verschwenden Sie Ihre Zeit mit der Suche nach der schärfsten Linse. In Ihrer 35mm Kamera stecken 150 Jahre Fototechnologie. Nutzen Sie sie! Mein Vorschlag ist, mit einer 45mm SLR Kamera mit Matrixmessung zu beginnen, und zwar mit automatischer Belichtung und Autofokus. Damit werden Ihre Bilder besser als die Bilder der leidenschaftslosen Fotografen, die ihre Zeit mit manuellen Einstellungen vertun. Ihre Kamera hat ein wirkungsvolleres Programm eingebaut, als die meisten Fotografen je erreichen. Vermutlich verwendet sie das Zonensystem, das nur sehr wenige Fotografen verstehen. Gefällt Ihnen, was sie auf diesen Seiten sehen? Die meisten Fotos wurden im Automatikmodus gemacht, außer, die Bedingungen machen etwas anderes notwendig. Ich habe früher auch die ganzen manuellen Einstellungen vorgenommen, und meine Bilder waren langweilig, weil ich die magischen Augenblicke verpasst habe. Ich werden Ihnen ganz am Ende dieser Seite erklären, was sie wirklich von der Technik wissen müssen. Sie sollten sich am Anfang Gedanken machen über das Sehen, das Gefühl, die Komposition und das Licht, nicht über Blendenzahlen. Ja, technische Fertigkeit, sogar Virtuosität ist unbedingt notwendig für erfolgreiche Fotografie. Aber das ist nur eine Grundvoraussetzung, um großartige Fotos zu machen. Zum Glück ist das meiste davon heutzutage in die Kamera einprogrammiert. Das macht die Sache viel leichter. Technische Meisterschaft alleine macht noch keine guten Bilder. Sie ist dazu lediglich eine der notwendigen Voraussetzungen. 3.) Ihre Kamera spielt überhaupt keine Rolle Im Ernst! Wenn Sie das nicht glauben, lesen Sie hier. 4.) Neugier Fotografieren Sie Motive, für die Sie sich wirklich interessieren. Sie müssen ihre Motive selbst interessant finden, wenn Sie wollen, das andere sie auch interessant finden. 5.) Folgen Sie Ihrer Vision Folgen Sie nicht Gurus, Lehrern, mir oder sonst irgend jemand. Sie werden nie besser in der Rolle eines anderen sein, als dieser selbst. Niemand kann das, was Anselm Adams tat, besser machen, als Anselm selbst. Niemand kann kann das, was Sie machen, besser machen, als Sie selbst. Seien Sie Sie selbst! Zeigen Sie Ihre eigene Leidenschaft. Ahmen Sie niemanden nach. Sie müssen hinausgehen und Sie selbst sein. Dann wird sich Ihr Stil entwickeln. Glauben Sie niemals, dass Sie etwas, das sie bewundern, nachahmen müssten. Finden Sie etwas, dass Sie fasziniert und erforschen Sie es. Egal ob Sie sich für Figürchen, oder Abfallkörbe, oder alte Leute, oder hübsche nackte Mädchen, oder Radkappen, oder Reifenspuren im Schnee, oder Abwasserbeseitigung, oder niedliche Tierchen interessieren, fotografieren Sie Ihre eigenen Motive. Es gibt keine richtigen und falschen Motive. Zeigen Sie, was Sie fasziniert. Wenn es nichts gibt, was Sie fasziniert, werden Ihre Bilder schlecht sein. Finden Sie heraus, was Sie mögen und pfeifen Sie auf die anderen. 6.) Sehen Sie und schauen Sie nicht nur herum 7.) Teilen Sie mit was sie fühlen 8.) Es gibt keine Regeln Es gibt kein richtig und falsch. Die Drittelregel ist keine Regel. Regeln sind für Dummköpfe. Gehen Sie einfach los und machen Sie gute Bilder. Ein gutes Bild ist ein Bild, das Sie oder jemand anders mag. Es gibt keine Formeln und keine Noten. 9.) Fragen Sie nicht, warum etwas da ist, sondern wie man ihm Bedeutung geben könnte 10.) Kreativität ist nett, aber nur weil etwas kreativ ist, ist es noch lange keine Kunst. Wenn ein Baby in seine Windel langt und die Wand voll schmiert, ist das vielleicht sehr kreativ, aber es ist noch lange keine Kunst.
Warum
die Kamera völlig egal ist Woher kommt es, daß selbst nach 60 Jahren Verbesserung von Kameras, Objektivschärfe, Filmkorn, Auflösung und Dynamik noch niemand mit dem gleichziehen konnte, was Ansel Adams bereits in den 1940ern geschafft hat? Ansel hatte noch nicht mal Photoshop! Wie hat er das nur gemacht? Die meisten Nachahmungsversuche fallen eher mäßig aus; manche sind genauso gut, aber doch anders. Genau gleich ist keiner. Es gibt Fotografen, die aus dem Internet die exakten GPS-Koordinaten von Ansels Fotoplätzen ziehen und dann mit außerordentlichen Gerätschaften bepackt und einem Originalbild in der Hand hinauswandern, um deren Bild genau zu kopieren (was gemäß US-Copyrightgesetzen illegal und darüber hinaus unanständig ist). Warum erzeugen die dann ein Bild, das zwar ähnlich aussieht, dem aber die emotionale Wirkung des Originals, das sie eigentlich kopieren wollten, völlig fehlt? Sowas gibt es wirklich. Es wurden Astronomen einer Universität bemüht, um den einen passenden Zeitpunkt in fast zwanzig Jahren zu bestimmen, um genau zu dieser Zeit 300 Ahnungslose an genau diesem Ort zu versammeln. Trotzdem haben sie weder Wolken noch Schnee oder Schatten genau hinbekommen. Ansel würde sich im Grab umdrehen. Natürlich haben sie nicht annähernd das Bild geschaffen, das eigentlich geplant war. Außergewöhnliche Fotos entstehen durch Inspiration, nicht durch Nachahmung. Jeder weiß, dass man mit Photoshop aus jedem schlechten Bild ein Meisterwerk machen kann, und trotzdem sieht ein Bild nach stundenlanger Bearbeitung schlimmer aus als am Anfang. Woher kommt das? Vielleicht liegt es daran, dass erst Sichtweise, Geduld und Fertigkeit eines Künstlers ein gutes Bild ermöglichen - nicht seine Werkzeuge. Die Kamera fängt die Phantasie des Fotografen ein. Keine Phantasie, kein Foto - nur Müll. Das englische Wort "image" kommt von "imagination", also "Vorstellungskraft, Phantasie". Es kommt nicht von "Bildschärfe" oder "Rauschen". David LaChapelles Werk lebt gänzlich von seiner Phantasie, nicht von seiner Kamera. Diese verrückten Szenarien einzurichten ist der schwierige Teil daran. Wenn alles vorbereitet ist, könnte jede beliebige Kamera es aufnehmen. Gebt mir David LaChapelles Kamera, und ich würde nicht annähernd dieselben Ergebnisse erzielen wie er, selbst wenn ich dieselben Stars als Darsteller zur Verfügung hätte. Auf dem Foto auf meiner Homepage zeige ich nur deshalb so ein riesiges Objektiv, damit ich nicht "Fotograf" oder "Fotografie" dazuschreiben muß. Dieses Objektiv macht es deutlicher als jedes Wort. Darum geht es doch bei visueller Kommunikation: Lange darüber nachzudenken, wie man etwas schnell und einfach erklärt. Tatsächlich habe ich dieses große Objektiv seit Jahren nicht mehr benutzt. Mit praktisch jeder Kamera, ganz egal wie gut oder schlecht sie ist, kann man hervorragende Fotos für Titelseiten machen, bei Fotowettbewerben gewinnen oder Bilder in Galerien ausstellen. Die Qualität eines Objektivs oder einer Kamera hat fast nichts mit der Qualität der Bilder zu tun, die sich damit produzieren lassen. Die limitierte Ausgabe von Joe Holmes' 13 x 19" Fotos seiner Serie American Museum of Natural History kann man in Manhattan bei der Jen Bekman Gallery für 650 $ pro Stück kaufen. Aufgenommen wurden sie mit einer Nikon D70. Man kann häufig Bilder aus Holga-Kameras für noch viel mehr Geld verkaufen, nur sagen mir diese Leute nichts darüber. Holgas gibt es nagelneu für 14,95 $. In der Hemicycle Gallery des Corcoran Museum of Art in Washington D. C. gibt es eine preisgekrönte Aufnahmen zu sehen, die mit einer Holga gemacht wurde, und zwar in deren '2006 Eyes of History competition' der White House News Photographers Association. Walker Evans sagte einmal: "Leute fragen mich ständig, welche Kamera ich benutze. Es ist nicht die Kamera, sondern es ist ---" und er tippte sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe. Das Equipment hat KEINEN Einfluß auf die Qualität des Bildes. Je weniger Zeit man aufwendet, sich um das Equipment zu kümmern, umso mehr Zeit kann man ins Gestalten toller Bilder investieren. Das richtige Equipment macht es nur leichter, schneller oder angenehmer, die gewünschten Resultate zu bekommen. "Jedes moderne Objektiv ist für beste Leistung bereits bei großen Blenden korrigiert. Eine kleinere Blende erhöht lediglich die Schärfentiefe..." schrieb Ansel Adams am 3. Juni 1937 in einem Brief an Edward Weston, der ihn um Objektivempfehlungen gebeten hatte. Ansel hat vor 70 Jahren phantastisch scharfe Bilder gemacht, ohne sich darum zu kümmern, wie scharf seine Objektive sind. Nach 70 Jahren weiterer Verbesserung sollten wir uns heute viel eher darauf konzentrieren, großartige Fotos zu machen, statt Testtafeln abzufotografieren. Natürlich waren Großformatobjektive um 1930 und auch heute eher lichtschwach, typischerweise um f5,6. Objektive für kleinere Filmformate und Digitalkameras sind am besten, wenn man sie ca. 2 Stufen abblendet. Neues Zeug zu kaufen verbessert NICHT die Fotos. Jahrzehntelang dachte ich, "wenn ich doch nur dieses eine neue Objektiv hätte", wären all meine fotografischen Wünsche befriedigt. Denkste. Ich will noch immer "dieses eine Objektiv", und dabei fotografiere ich schon seit über 30 Jahren. Es gibt immer noch ein weiteres Objektiv. Findet Euch damit ab. Einzige Aufgabe der Kamera ist es, beim Fotografieren nicht im Weg zu sein. Ernst Haas sprach darüber 1985 in einem Workshop:
Zwei Typen aus Nova Scotia
hatten viel investiert, um teilnehmen zu können. Sie waren große Leica-Fans,
arbeiteten in einem Fotoladen, hatten lange auf ihre Kameras gespart und fanden
sehr wichtig, daß auch Ernst ein Leica-Benutzer war (obwohl er für seine
Marlboro-Fotos Nikons benutzte). Andreas Feininger (Franzose, 1905 - 1999), sagte: "Fotografen-Idioten, von denen es so viele gibt, sagen: 'Ach hätte ich doch nur eine Nikon oder Leica, dann könnte ich tolle Fotos machen.' Das ist das Dämlichste, was ich in meinem Leben gehört habe. Es ist nur eine Frage von Denken, Sehen und Interesse. Das ist es, was ein gutes Foto ausmacht. Und dann gilt es, alles zu vermeiden, was für das Bild schlecht wäre: das falsche Licht, den falschen Hintergrund, die falsche Zeit usw. Dann sollte man das Bild erst gar nicht machen, egal wie schön das Objekt ist. Jeder weiß, dass Autos nicht von selbst fahren, Schreibmaschinen nicht von selbst Romane schreiben und Rembrandts Pinsel nicht von selbst gemalt haben. Wieso also glauben ansonsten intelligente Menschen, Kameras wären eine Ausnahme und fotografierten ganz von alleine? Das ausgereifteste, exotischste und teuerste Auto kann noch nicht mal von allein die Spur auf der Autobahn halten - und uns erst recht nicht von selbst nach Hause fahren. Egal wie fortschrittlich die Kamera ist - man ist immer noch selber dafür verantwortlich, sie zur rechten Zeit an den richtigen Ort zu bringen und sie in die richtige Richtung zu halten, um das gewünschte Foto zu kriegen. Auch jede noch so moderne Kamera erfordert ab und zu manuelle Eingriffe. Man sollte niemals die Kamera dafür verantwortlich machen, nicht alles zu wissen oder die falsche Belichtung oder ein verschwommenes Bild zu liefern. So habe ich das für mich herausgefunden: Wenn es um Kunst geht, sei es nun Musik, Fotografie, Surfen oder sonst was, dann muss jeder einen Berg überwinden. Offenbar glaubt man ungefähr die ersten 20 Jahre, die man sich mit der Kunst beschäftigt, man könne so gut wie die Profis sein, wenn man nur ein besseres Musikinstrument, eine bessere Kamera oder ein besseres Surfbord hätte. Man vergeudet eine Menge Zeit damit, sich um das Equipment zu sorgen und zu überlegen, wie man sich was Besseres leisten könnte. Nach diesen ersten 20 Jahren wird man irgendwann so gut wie all die anderen weltbekannten Künstler, und eines Tages, wenn man von jemandem um Rat gefragt wird, hat man plötzlich eine Eingebung und erkennt, dass es nie am Equipment gelegen hat. Letztlich erkennt man, dass das viele Zeug, das man mit so viel Zeitaufwand zusammengetragen hat, es allenfalls etwas einfacher macht, den richtigen Ton, den richtigen Blick oder die richtige Bewegung zu erzielen. Aber man könnte dasselbe Ergebnis auch mit demselben alten Mistgerät erzielen, mit dem man einst angefangen hat - nur vielleicht mit etwas mehr Mühe. Man erkennt, dass die eigentliche Aufgabe des Gerätes darin besteht, nicht im Weg zu sein. Man erkennt auch, dass man schon viel früher zum erstrebten Ziel gekommen wäre, wenn man all die Zeit, die man mit Überlegungen zum Equipment verbracht hat, zum Üben, Fotografieren oder Wellenreiten genutzt hätte. Ich traf Phil Collins im Dezember 2003 bei einer Vorführung. Es stellte sich heraus, dass die Leute seinen Sound immer erkannten, sobald sie ihn hörten. Einige Leute probierten, sein Schlagzeug zu spielen, als er mal kurz den Raum verließ - und was passierte wohl? Sie klangen überhaupt nicht wie er. Andererseits klingt Phil auf einem Miet-Schlagzeug immer noch wie Phil. Also wer glaubt immer noch, es sei das Schlagzeug, das Phil zu seinem Sound verhilft? Ein Fan aus Michigan ist Fahrtrainer an einer großen Rennstrecke. Die Tochter eines seiner Schüler wollte es auch mal probieren. Sie reiste an und kam zur Rennstrecke in einem gemieteten Chevy Cavalier. Sie überholte sämtliche andere Schüler; das waren halbglatzige Männer besten Alters in Corvettes oder 911er Porsches. Aber warum? Ganz einfach: Sie hielt sich an die Anweisungen des Trainers und fuhr sanft und gleichmäßig auf der Ideallinie, und sie versuchte erst gar nicht, fehlende Geduld und Fertigkeit mit roher Gewalt und viel Pferdestärke zu ersetzen. Die Typen waren ziemlich angenervt, weil sie von einem MÄDCHEN abgehängt worden waren - noch dazu einem 16-jährigen. Klar, ein Profi-Fahrer wäre in der Lage, jedes Quäntchen Leistung aus einem Auto zu kitzeln und wird durch dessen Leistung auch beschränkt, aber für die meisten Menschen hat das Auto, die Kamera, die Rennschuhe etc. wenig bis gar nichts mit ihrer Leistung zu tun, da sie selbst der limitierende Faktor sind - nicht ihr Werkzeug. Jeder Virtuose, der ein absoluter Meister seines Instrumentes ist, würde dies bestätigen - wenn er unabhängig von seinen Sponsoren wäre. Warum also benutzen die Künstler, deren Arbeit wir bewundern, ganz besondere, teure Werkzeuge, wenn dadurch die Qualität ihrer Arbeit gleich bleibt? Ganz einfach:
1.) Gute Werkzeuge behindern
nicht und machen es einfacher, die gewünschten Resultate zu bekommen.
Schlechtere Werkzeuge erfordern mehr Arbeit. Noch ein letztes Beispiel: Ich kaufte mal eine gebrauchte Kamera, die nicht sauber fokussierte. Sie war mehrmals beim Händler zur Reparatur, kam aber immer gleich schlecht zurück. Als Künstler wusste ich, wie ich den Fehler umgehen kann; das war ziemlich nervig, weil ich manuell eine Abweichung berücksichtigen musste. Trotzdem gelang mir in der Zeit, in der ich die Kamera testete, damit eines meiner absoluten Lieblingsbilder überhaupt. Dieses Bild gewann alle möglichen Preise und hing sogar in einer Galerie in Los Angeles, wo es ein Original von Ansel Adams ersetzte. Als mein Bild schließlich abgehängt wurde, kam dort wieder das von Ansel Adams hin. Also noch mal: Dieses Foto wurde mit einer Kamera gemacht, die am Ende an den Händler zurück ging, weil sie auch nach dessen Überzeugung nicht reparierbar war. Das Entscheidende an diesem Bild war, dass ich an dem Ort ausgeharrt hatte, nachdem all meine Freunde schon zum Abendessen gegangen waren. Ich vermutete, dass es zu einer außergewöhnlichen Himmelserscheinung kommen würde. Ich nahm eine 4-minütige Belichtung mit einem ganz normalen Objektiv vor. Ich hätte auch die Box-Kamera für 3$ nehmen können, mit der ich die SW-Fotos gemacht habe, und das Bild würde genauso aussehen.
Ich bekomme auch gelegentlich
Hassbriefe und -anrufe von Typen (nie von Frauen), die mit meiner persönlichen
Wahl der Werkzeuge nicht einverstanden sind. Sie nehmen gleich persönlich, wenn
ich etwas Anderes bevorzuge als sie. Wen interessiert das? Solche Leute meinen
es gut; sie haben wahrscheinlich nur noch nicht den Berg überwunden und glauben
noch, jedes Gerät habe ein bestimmtes Qualitätslevel, unabhängig vom
Anwendungszweck. Sie betrachten Werkzeuge als physische Verlängerung ihres
Körpers und nehmen es deshalb persönlich, wenn ich zum Spaß schreibe, dass ein
bestimmtes Werkzeug für meine Zwecke nicht tauge. Zum Beispiel haben die
Leica-Sammler ein echtes Problem mit dieser Seite. Mit praktisch jeder Kamera, ganz egal wie gut oder schlecht sie ist, kann man hervorragende Fotos für Titelseiten machen, bei Fotowettbewerben gewinnen oder Bilder in Galerien ausstellen. Die Qualität eines Objektivs oder einer Kamera hat fast nichts mit der Qualität der Bilder zu tun, die sich damit produzieren lassen. Jeder hat vermutlich schon all das nötige Equipment - wenn er nur lernen würde, das Beste daraus zu machen. Ein besseres Gerät wird keine besseren Fotos machen, denn ein Gerät kann niemanden zu einem besseren Fotografen machen. Die Fotografen, nicht die Kameras, machen Bilder. Es ist traurig, wie wenige Leute dies begreifen und all ihre Zeit damit verbringen, schlechte Ergebnisse aufs Equipment zu schieben, anstatt diese Zeit damit zu verbringen, das Sehen zu lernen und zu lernen, wie man Licht manipuliert und interpretiert. Der Kauf neuer Kameras sorgt für dieselben Resultate, die man immer schon hatte. Weiterbildung, und nicht der Kauf anderer Kameras, ist der richtige Weg zu besseren Bildern. Man sollte nichts, was an Fotos nicht in Ordnung ist, dem Equipment anlasten. Wer dies bezweifelt, soll in ein gutes Fotomuseum gehen oder sich ein Buch zur Fotogeschichte besorgen und sich die ausgezeichnete technische Qualität anschauen, die die Leute vor 50 oder 100 Jahren erzielt haben. Die Vorteile moderner Geräte liegen in ihrem Bedienkomfort, NICHT in der Bildqualität. Ich habe technisch und künstlerisch wundervolle Aufnahmen mit einer 10-$-Kamera gemacht, die ich bei Goodwill gekauft habe, und habe schon eine Menge Müll fotografiert mit einem 10.000-$-Objektiv an meiner motorisierten Nikon. Der große Edward Steichen fotografierte Isadora Duncan 1921 auf der Acropolis in Athen. Er benutzte dazu eine Kodak, die er sich vom Chefkellner seines Hotels geborgt hatte. Die Bilder sind natürlich großartig. Steichen hatte seine eigene Kamera nicht dabei, denn er hatte ursprünglich geplant, nur mit Filmequipment zu arbeiten. Lernt, zu sehen und zu gestalten. Je mehr Zeit Ihr mit Sorge ums Equipment verschwendet, desto weniger Zeit könnt Ihr ins Erschaffen schöner Bilder investieren. Kümmert Euch um die Bilder, nicht ums Equipment. Jeder weiß, daß die Marke der Schreibmaschine (oder die Fähigkeit, eine Schreibmaschine zu reparieren) nichts mit der Fähigkeit zu tun hat, einen fesselnden Roman zu erschaffen, obwohl eine bessere Schreibmaschine das Tippen etwas angenehmer macht. Also warum glauben so viele anderweitig vernünftige Menschen, daß die Kamera, oder genaue Kenntnis über Verschlußzeiten, Objektivbau oder Kameratechnik irgendwas mit der Fähigkeit zu tun hat, ein interessantes Foto zu schaffen, und nicht damit, die Bequemlichkeit des Fotografen zu verbessern? Genauso, wie jemand die Schreibmaschine bedienen können muß, um damit ein Manuskript zu verfassen, so muß man auch die Kamera bedienen können, um Fotos zu machen - aber das ist nur ein kleiner Teil des Gesamtvorgangs. Wißt Ihr, welchen Computertyp oder welche Software ich benutzt habe, um das zu schreiben, was Ihr gerade lest? Natürlich nicht. Für mich ist es von Belang, aber nicht für Euch, die Leser. Genauso wird niemand, der Eure Bilder anschaut, feststellen können oder sich überhaupt dafür interessieren, welche Kamera Ihr benutzt habt. Es ist einfach egal. Zu wissen, wie etwas gemacht wird, ist etwas völlig Anderes als die Fähigkeit, es tatsächlich zu machen - oder es sogar gut zu machen. Wir alle wissen, wie man Klavier spielt: Man drückt einfach auf die Tasten und tritt gelegentlich ein Pedal. Die Fähigkeit, zu spielen, oder gar bei den Zuhörern Gefühle zu wecken, ist etwas völlig Anderes. Glaubt nur nicht, das teuerste Zeug ist auch das beste. Zu viel Ausrüstung zu besitzen ist der beste Weg, die schlechtesten Fotos zu machen. Die teureren Kameras und Objektive haben keinen signifikanten Vorteil, gemessen an ihrem gewaltigen Mehrpreis.
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